Vom 11. - 16. Oktober 2026 reisten wir mit einer Gruppe von Fachkräften aus der Jugend-, Bildungs-, Kultur- und Sportarbeit nach Bourges in Frankreich, um uns über unterschiedliche Ansätze zur Förderung gesellschaftlicher Teilhabe auszutauschen. Im Mittelpunkt dieses Studienbesuchs standen die Fragen, wie junge Menschen durch Bildung, Kultur und Sport gestärkt werden können und welche Rolle die internationale Zusammenarbeit dabei spielt.

Das abwechslungsreiche Programm bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, verschiedene Einrichtungen und Organisationen vor Ort kennenzulernen, Einblicke in die französische Praxis zu gewinnen und neue Impulse für die eigene Arbeit mitzunehmen.

Sport als Raum für Teilhabe und Schutz

Ein Schwerpunkt des Studienbesuchs lag auf der Rolle des Sports in der Jugend- und Bildungsarbeit. Im CREPS Centre-Val de Loire, einem französischen Zentrum für Sportförderung und Leistungsentwicklung, erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Arbeit der Einrichtung und ihre vielfältigen Angebote. So beschäftigte sich die Gruppe in Workshops mit konkreten Themen wie zB. mit der Prävention und Bekämpfung von Gewalt im Sport. Dabei wurde insbesondere der Schutz junger Sportler*innen thematisiert und diskutiert, welche Verantwortung Sporteinrichtungen und pädagogische Fachkräfte übernehmen.

Ein besonderer Programmpunkt war das Treffen mit Sarah Michel, der ehemaligen Kapitänin der französischen Basketballnationalmannschaft. Sie berichtete von ihren Erfahrungen im Spitzensport und ihrer heutigen Arbeit am CREPS. Auch der Austausch mit einem paralympischen Sportler bot spannende Perspektiven auf Inklusion und die Arbeit des französischen paralympischen Sportkomitees.

Einblicke in die französische Jugend- und Kulturarbeit

Neben dem Sport standen verschiedene Einrichtungen im Mittelpunkt, die sich für Bildung, Kultur und gesellschaftliche Teilhabe engagieren: Bei einem Besuch der Ligue de l'Enseignement du Cher lernten die Teilnehmenden eine Organisation kennen, die sich in Bourges für Bildungsangebote, kulturelle Aktivitäten und die Beteiligung am gesellschaftlichen Leben einsetzt.

Auch die Jugendeinrichtung MJCS La Châtre öffnete ihre Türen und stellte ihre vielfältigen Projekte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor. Dabei konnten sich die Fachkräfte über unterschiedliche Ansätze der lokalen Jugendarbeit austauschen und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede zur eigenen Praxis entdecken.

Ein weiterer Besuch führte die Gruppe in das Kulturzentrum Antre Peaux in Bourges. Hier erhielten die Teilnehmenden Einblicke in einen kreativen Begegnungsort, an dem Künstler*innen zusammenkommen und gemeinsame Projekte entwickeln können.

Europäische Zusammenarbeit und neue Kontakte

Auch die europäische Dimension der Kulturarbeit kam nicht zu kurz. Bei einem Besuch im Büro für Bourges als Europäische Kulturhauptstadt 2028 erfuhren die Teilnehmenden mehr über das Konzept und die geplanten Aktivitäten. Dabei wurde deutlich, welche Möglichkeiten kulturelle Projekte bieten, um Menschen zusammenzubringen und die europäische Zusammenarbeit auf lokaler Ebene zu stärken.

Darüber hinaus fand ein Austausch mit Fachkräften aus dem Ministerium für Jugend, Sport und Vereinsleben der Region Centre-Val de Loire statt. Bei einem anschließenden gemeinsamen Abendessen mit weiteren Partnerorganisationen konnten die Gespräche in entspannter Atmosphäre fortgesetzt und neue Kontakte geknüpft werden.

Neben den fachlichen Programmpunkten blieb auch Zeit, Bourges gemeinsam zu entdecken und sich innerhalb der deutsch-französischen Gruppe besser kennenzulernen.

Viele neue Impulse für die eigene Arbeit

Der Studienbesuch zeigte, wie wertvoll der Blick über die eigenen Landesgrenzen für die pädagogische Praxis sein kann. Die Begegnungen mit französischen Fachkräften und die Einblicke in unterschiedliche Einrichtungen eröffneten neue Perspektiven auf die Förderung junger Menschen und die Gestaltung. 

Ein großes Dankeschön an alle Teilnehmenden und unsere französischen Partner*innen für den spannenden Austausch und die gemeinsame Zeit!